Kohlendioxidausstoss muss kompensiert werden

Reduzierung von CO2-Ausstoß durch Erdverlegung
(
"GIL" wäre Beitrag zum Klimaschutz)

Elektrische Energie wird u.a. durch Kohlekraftwerke erzeugt. Durch die Energiegewinnung  wird Kohlendioxid (CO2) an die Umwelt abgegeben, das wiederum das Klima belastet. 

Die u.a. in Deutschland praktizierte Energiepolitik hat das Ziel, diesen Kohlendioxidausstoss und damit auch die Belastungen für die Umwelt möglichst gering zu halten. Dass die deutsche Politik dieser Zielsetzung nachgeht, untermauert sie mit dem Beitritt im sog. "Kyoto-Protokoll". Hierin haben sich insgesamt 55 Staaten verpflichtet, den Kohlendioxidausstoss zu verringern -siehe auch hier !

Da die elektrische Energie benötigt wird, werden u.a. Vorschriften erlassen, um dieser Zielvorstellung Rechnung zu tragen. U.a. wird in Gesetzeslagen vorgeschrieben, dass bei Neufahrzeugen bestimmte Katalysatoren Verwendung finden oder bestimmte Filtertechniken in Kohlekraftwerken errichtet werden müssen, um nur Beispiele zu nennen. Jeder Bürger wird zusätzlich angehalten, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Allein durch die Erhöhung der Energiepreise (Strompreise etc.) ist jeder von uns gehalten, seinen Energieverbrauch zu reduzieren, da sonst unangenehme Mehrkosten auf einen zukommen würden. D.h. jeder Bürger wird mehr oder weniger gezwungen, sich umweltgerecht zu verhalten.

In der Natur nehmen Bäume durch die natürliche Photosynthese das Kohlendioxid auf und speichern den darin enthaltenen Kohlenstoff. Dadurch, dass immer mehr Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben wird, sind die weltweiten Baumbestände nicht mehr oder nur schwer in der Lage, das Kohlendioxidaufkommen durch die Photosynthese zu kompensieren. Durch vermehrte Anpflanzung bzw. Aufforstung von Baumbeständen, könnten die zusätzlichen CO2-Emmissionen ausgeglichen werden.

Diese Idee griff die EWE-Natur-Watt auf und organisierte den weltweiten Emissions-Ausgleich nach dem Motto:  

"Wer Bäume pflanzt, kann seinen CO2-Ausstoss kompensieren."

Beim Kleinwagen genügen gut 0,5 Hektar Wald, in der Oberklasse knapp ein Hektar, um den Kohlendioxidausstoss auszugleichen. An dem Vorhaben kann sich jeder beteiligen. D.h. wer sein ökologisches Gewissen entlasten will, kann sich an die EWE-Natur-Watt wenden und veranlassen, dass zusätzliche Waldflächen entstehen. Begrüßt wurde dieses Vorhaben auch von Dr. Remmer Akkermann, dem Vorsitzenden der "Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH)" (Interview in der Nordwest-Zeitung -Zeitungsartikel vom 20.10.04).

 

Was hat das mit der E.on und ihrem Vorhaben der Errichtung einer Freilandtrasse zu tun?

Würde anstelle der Freileitung eine Erdverlegung mittels Gasisolierter Leitungen (GIL) erfolgen, würden jährlich auf der Gesamttrassenlänge von 60 km 

13,2 Millionen Euro 

durch weniger Energieverlust eingespart werden (Aussage von GIL-Hersteller Siemens). Bei 12 Cent pro Kilowattstunde (kWh) wären das 110 Millionen kWh pro Jahr an Einsparung bei 60 km Trassenlänge.

In Deutschland herrscht ein Energiemix. D.h. die Energie wird u.a. durch Kohlekraftwerke, Atomkraftwerke und Windenergie erzeugt. Durchschnittlich kann gesagt werden, dass für 1 Kilowattstunde (kWh) 0,53 kg Kohlendioxid (CO2) ausgestossen wird 1.

Wir hatten oben gesagt, dass pro Jahr die Erdverlegung durch GIL 110 Millionen kWh einsparen würde. Wenn für 1 Kilowattstunde 0,53 kg Kohlendioxid ausgestossen werden, würden bei 110 Millionen kWh, 

58,3 Millionen Kilogramm (kg) Kohlendioxid 

pro Jahr weniger an die Umwelt abgegeben werden, wenn die Erdverlegung mit GIL anstatt mit Freileitungen erfolge (110 Millionen kWh x 0,53 kg Kohlendioxid).

1 Tonne Kohlendioxidausstoss, kostet  ca. 8,50 Euro (jeder Energieerzeuger bekommt Zertifikate. Überschreitet er den Schadstoffausstoß werden bei CO2 pro Tonne ca. 8,50 € fällig –näheres siehe unten). Bei den 58,3 Millionen Kilogramm oder 58 300 Tonnen Kohlendioxid, wären dass 

495 550 Euro

was eine Freilandtrasse pro Jahr an Mehrkosten hätte, als eine Erdverlegung durch GIL.

Diese Ersparnis würde sich zusätzlich zu den o.g. 13,2 Millionen Euro weniger Energieverbrauch pro Jahr ergeben, so dass wir auf eine Gesamtersparnis von

13 695 550 Euro pro Jahr

kommen, wenn die E.on anstatt ihrer Freileitung eine Erdverlegung durch GIL durchführen würde. Bei einer Nutzungsdauer der Trasse von ca. 50 Jahren wären das ..... rechnet selber.

 

Aber das ist noch nicht alles:

Wer nach den Vorstellungen der EWE-Natur-Watt sein ökologisches Gewissen entlasten will, hat zusätzliche Waldflächen zu schaffen. Das würde folgendes für die E.on bedeuten:

1 Hektar Wald bindet laut EWE-Natur-Watt ca. 5 Tonnen Kohlendioxid (CO2).

Für die o.g. 58 300 Tonnen Kohlendioxid müsste E.on eine Fläche von 11 660 Hektar aufforsten, damit sie die Mehrbelastungen an Kohlendioxid durch ihre Freileitung gegenüber GIL kompensieren könnte.

In Deutschland kostet ein Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche ca. 15 000 Euro. Die Aufforstung von einem Hektar kostet ca. 4000 bis 7000 Euro.

Da die E.on ja ihrem ökologischem Gewissen Rechnung tragen würde (?!), müsste sie für 11 660 Hektar

174 900 000 Euro

allein für den Ankauf von landwirtschaftlicher Nutzfläche aufbringen und wenn man von 5000 Euro Aufforstung pro Hektar ausgeht, zusätzlich

58 300 000 Euro

bezahlen. Beides zusammen ergeben

233 200 000 Euro

plus natürlich die o.g. 13 695 550 Millionen Euro Energie- und Kohlendioxidersparnis pro Jahr. 

Fairnesshalber muss gesagt werden, dass die o.g. Rechnungen bezogen auf die Einsparungen bei Volllast gelten. Realistisch wäre sicher eine Auslastung der Leitungstrasse von 50 %, ansonsten bräuchte man sie nicht zu bauen und könnte die Energie über vorhandene Leitungen transportieren. Vertreter von E.on sprachen ja auf einer Veranstaltung von 25 % Auslastung (wenn man sich mit solch einer Rechnung man nicht ins eigene Fleisch schneidet). Aber selbst bei 50 % wären die Ergebnisse gigantisch.

Jeder Bürger wird durch Vorschriften zur Kohlendioxidverringerung mehr oder weniger gezwungen, möglichst wenig Energie zu verbrauchen, damit der Kohlendioxidausstoss verringert wird, um dem Hintergrund des "Kyoto-Protokoll" zu entsprechen. Durch das Emissionshandelsgesetz, das am 01.01.2005 in Kraft trat, wird auch die E.on dazu angehalten, den CO2 Ausstoss zu reduzieren.

Kraftwerke mit mehr als 20 Megawatt Leistung und einige energieintensive Produktionsanlagen werden ab dem 1. Januar 2005 eine Genehmigung für den Ausstoss von Kohlendioxid benötigen. Ab April 2006 müssen Unternehmen zudem jährlich für jede Tonne emittiertes CO2 Emissions-Berechtigungen vorlegen. Diese werden zunächst vom Staat auf der Grundlage eines „Nationalen Allokationsplans“ (NAP) kostenlos zugeteilt. Wer über die genehmigte Menge hinaus CO2 emittiert, muss entweder die fehlenden Berechtigungen zukaufen oder seine Energieeffizienz steigern, um den Ausstoss zu verringern. Kann ein Unternehmen zum Stichtag die nötige Zahl von Berechtigungen nicht vorlegen, wird es mit spürbaren Sanktionen belegt. Das entbindet nicht von der Pflicht, die Berechtigungen zu erwerben und nachzuliefern. Es liegt nahe, dass jeder betroffene Anlagenbetreiber versuchen wird, möglichst viele Berechtigungen zugeteilt zu bekommen. Wer mehr ergattert, als er selbst benötigt, kann den Überschuss sogar zu Geld machen. Leitungen, die weniger Energie beim Transport verlieren, bedeuten, dass die Erzeugungsmengen von konventionellen Kohl- oder Gaskraftwerken geringer wäre und dadurch automatisch eine Reduzierung von CO2 erreicht wird.

 

In der angeblich so objektiven Umweltverträglichkeitsstudie der Firma "Intac" (sie erstellte das Gutachten für das Vorhaben der E.on) wird man diese Thematik nicht finden. Dort wurde im Themenbereich "Beeinträchtigungen der Luft durch die Freilandtrasse" nichts über die zusätzlichen Kohlendioxidbelastungen erwähnt. Oder sollten solche Zahlen lieber keine Erwähnung finden?

Deutlicher als hier kann die Forderung nach einer Wirtschaftlichkeitsberechnung bezogen auf das Gesamtvorhaben nicht ausgedrückt werden, wenn man sich nur diese Zahlen anschaut.

E.on müssen diese Zahlen bekannt sein. Warum wehren sie sich dann so gegen die Erdverlegung? Der Grund kann nur darin liegen, dass man befürchtet, dass man zukünftig nur noch erdverlegte Leitungen verlegen muss und dass vorhandene Freilandtrassen gegen erdverlegte Leitungen ausgetauscht werden müssen. Das wiederum wäre dann eine kostspielige Angelegenheit.

 

1

Quellen: Deutsche Energie-Agentur (www.stromeffizienz.de), BUND, Bayerisches Umweltministerium, Münchner Verkehrsgesellschaft, Volkswagen, Kettler; beim Stromverbrauch wird ein Durchschnitts-Haushalt angenommen, bei dessen Energiemix jede Kilowattstunde Strom mit 530 g Kohlendioxid belastet ist (Stand März 2007).

http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/49/104944/3/

 

 

Kommentar der Interessengemeinschaft Vorsicht-Hochspannung zu den jüngst geforderten Kohlendioxidverringerungen

 

 

 

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